09.05.05
08:52 Uhr

Mutmacher – ein Tag danach

Tut mir Leid, ich habe auch heute immer noch keine Meinung zur Mutmacherkampagne für Deutschland. Vor allem deshalb nicht, weil ich immer noch nicht kapiert habe, was es mit diesen 30 Mio. Budget auf sich hat, die in der Horizont-Meldung (leider ins kostenpflichtige Archiv entschwunden, aber bei Google noch teilweise im Cache) genannt werden. Fast im gleichen Atemzug heißt es doch

Die Werbeplätze sollen kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Auch die beteiligten Agenturen arbeiten pro bono.

Für mich bedeutet das, dass die 30 Mio. “virtuelles” Geld sind. Soll heißen, die “zahlreichen deutschen Medienunternehmen” stellen Werbeplätze im Wert von 30 Mio. für dieses unser Vaterland zur Verfügung, ohne eine Rechnung zu schicken…? Ich bitte mal ganz naiv um Lesehilfe!

So viel zum Geld. Zu den Inhalten kann ich nur noch mal Patrick zitieren: Im besten Fall Zeitvergeudung. Wer daran zweifelt, möge mal ganz arglos die famose Website dieser Initiative “Partner für Innovation”, die unser Kanzler da angeschoben hat, aufrufen.

Zur Begrüßung läutet das Totenglöckchen. Passend zum Logo-Grab ganz unten. Schönes Omen! Und die PR-Texter, die zur Befüllung dieses Friedhofs beitragen mussten, wurden offenbar bei Wasser und Brot dazu gezwungen, in jede Headline das Wort Innovation reinzuquälen:

  • Eine neue Innovationskultur für Deutschland
  • 5. Innovationsgipfel der „Partner für Innovation“
  • „Partner für Innovation“ starten High-Tech Gründerfonds
  • Hannover Messe 2005: Deutsch-russische Partnerschaft für mehr Innovationen
  • Abschied aus dem Jammertal: Mehr Innovation durch Motivation

Danke, zu viel des Guten! Ich glaub, ich hab jetzt doch ne Meinung!

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2 Kommentare

  1. ami

    es ist halt immer schwierig, wenn der vielbesungne “ruck” von oben mit zwangslächeln verordnet wird. egal wie teuer — ich finde diese aktion wenig hilfreich. im übrigen genau wie die reaktion “ihr, nicht ich”. draufhauen is vielleicht toll fürs ego. aber auch nur kurzfristig.

  2. Andreas Rodenheber

    ami, Danke für deinen Kommentar, er hilft mir, mich ein wenig besser zurechtzufinden. Nennt mich ruhig einen reaktionären Schisser, der den big bang des neuen Netzjournalismus noch nicht verstanden hat, aber die Windeseile, in der sich die Anti-Kampagne in den Blogs verbreitet hat, beunruhigt mich mindestens ebenso wie die Kampagne selbst. Lesen wir demnächst in der BILD-Zeitung: “Deutschland – alles wird bloggiert!” ?

    Lesenswert in dem ganzen Schnellposting-Empörungs- und-Button-Verfertigungs-Wahn ist Franks Crescendo: ihr seid blogger, ich nicht.

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  • Vroni: Ralph :-)
  • ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
  • Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
  • ralf schwartz: @Vroni :)
  • Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
  • ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
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