15:36 Uhr
Verursacherprinzip
So, jetzt noch mal ausführlicher und (vielleicht) ein wenig gerechter:
Ich breche ja sonst gerne mal den Stab. Heute breche ich mal eine Lanze. Für die, die diese Drecksarbeit machen mussten, sich ein neues Logo auszudenken, das laut Briefing so aussehen sollte wie das alte…
Bei dieser Logoentwicklung konnte keiner was gewinnen. Die Agentur (wenn es denn eine war) kein Renommee. Und vor allem die Bundesagentur kein neues Ansehen in der Welt.
Der Fehler wurde woanders und zu einem viel früheren Zeitpunkt gemacht. An dem Politiker-Schreibtisch, an dem man meinte, man könnte die Arbeitslosenwelt schön und neu und bunt machen, wenn man die fehlende Arbeit statt in einer Anstalt in einer Agentur verwaltet. „Wolfgang, wir müssen das anders kommunizieren. Die Außendarstellung muss freundlicher werden, heller, hübscher, dienstleistungsorientierter!“
Da begann die Krankheit. Dass die Umstellung des Namens eine Umstellung des Logos und eine Umstellung aller Veröffentlichungen nach sich zieht – in Wirtschaftsunternehmen macht man sich das normalerweise durchaus klar. Und 100.000 EUR sind in der Tat nicht viel dafür! Dass auch ich diese “Investition” polemisierend immer wieder auf das kleine Abziehbildchen allein reduziere und nicht auf den „ganzen Rest“, der zu einer CI-Umstellung sonst noch gehört, ist allerdings nicht in erster Linie Böswilligkeit, es ist auch die Folge einer offensichtlich miserablen Kommunikation der zuständigen Pressestelle, deren Blüten man bei Thomas Knüwer eindrucksvoll nachlesen kann. Alles nach dem Motto:
Ei, wo iss’n des Logo?
Waaas net!
Wer hatt’sn gemacht?
Waaas isch aah net!
Und was hat’s gekost?
Woher soll isch des wisse!
Und fer was war’s?
Fer de A…!
So gesehen: Ich habe kein Problem mit den Leuten, die ein bisschen in Photoshop mit den Farben rumgespielt haben – sie haben nur ihren Job gemacht, und wahrscheinlich wissen sie selbst am besten, dass sie das Rad nicht neu erfunden haben. Aber man darf als Steuerzahler einfach nicht aufhören, Politikern ans Bein zu pinkeln, die für solche schwachsinnigen Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen verantwortlich zeichnen. Bevor man sich so blamiert, sollte man’s lieber gleich machen, wie’s der alte Keynes (angeblich) empfahl: Löcher im Wald buddeln und wieder zuschütten.
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5 Kommentare
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- Luis: @Tobias Zugfahren zu humanen Preisen. Das ist es und die nächsten Monate werden spannend, denn die Bahn bekommt Konkurrenz: 1. zum einen...
- André: Auch auf ICE Strecken zwischen HH und Berlin ist/war das gängige Praxis. Der Mitfahrermarkt war fest in der Hand von südländischen...
- Alex: Sorry – Schlepper habe ich irgendwie reinprojeziert :-)
- Roland Kühl-v.Puttkamer: @Alex: Wo betitele ich diesen Artikel mit “Schlepper”? Ansonsten gebe ich dir recht. Es geht auch gar nicht um...
- Alex: Diese Praxis ist tatsächlich schon sehr sehr alt und wird auch aktiv von der Bahn bekämpft – allerdings ohne Erfolg. a) Es funktioniert...
- Roland Kühl-v.Puttkamer: @klara: nicht jeder ist vermutlich so “aufgeklärt” und in der Szene wie du… Vielmehr geht es mir darum,...
- klara: wo ist der neuigkeitswert des artikels? diese praxis gibts schon so lange wie es gruppentickets gibt. habe mich selbst schon häufiger an...

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Am 8. Mai 2005 um 15:38 Uhr
Entschuldigt bitte: dieser ältere Eintrag wurde beim Update auf die neue b2evo Version “verschluckt”. Ich habe ihn neu eingetragen und werde gleich auch die Kommentare und Trackbacks manuell nachtragen…
Am 8. Mai 2005 um 15:43 Uhr
ami kommentierte:
nicht, dass ich für lustige aktionen nicht zu haben wäre — aber dass die änderungen soo sparsam werden, dass man sie eigentlich nur in gegenüberstellung des alten logos erkennt, hätte ich nicht ganz erwartet ;)
ansonsten kann ich nur zustimmen: man hätte früher eingreifen müssen .. fragt sich nur wo.
—
tknuewer kommentierte:
Und hier noch nen büschen mehr zum Thema:
handelsblatt6.blogg....
—
Trackbacks zu diesem Eintrag trafen bisher ein von:
schneiko.de
hartzcore I
und
roxomatic
So, das war’s. Das Eingeben neuer Kommentare und Trackbacks sollte wie gewohnt funktionieren.
Am 23. Juni 2005 um 16:05 Uhr
GegendarstellungIch wehre mich gegen die Behauptung, dass in der IT- / Web Development- / Marketing-Branche:a) Überzogene Gehälter gezahlt werden. Beweise hier.b) Gekokst wird. Beweise hier.[Eintrag aus aktuellem Anlass (Spreeblick)]…und jetzt mach’ ich mir erstmal mei
Am 25. Mai 2006 um 23:28 Uhr
[...] Wolfgang, wir müssen das anders kommunizieren. [...]
Am 27. Januar 2007 um 00:49 Uhr
[...] wobei der werbeblogger darauf verweist, dass es natürlich nicht mit der puren logo-erstellung getan ist und die probleme tiefer gehen [...]