09.04.05
15:31 Uhr

MSN Spaces – The Eternal Frontier

Lieber Internet-User,

das ist es, worauf du immer gewartet hast und womit wir Werber dich schon bald zuscheißen werden:

“Deeper brand integration into MSN Messenger and MSN Spaces will enable our advertisers to connect with their target audiences in more creative, spontaneous and unobtrusive ways” (LinuxInsider)

MSN plant den Advertising-Overkill im MSN Messenger und in MSN Spaces (Weblogs). Und die doofen Anwender werden sich schon nicht daran stören:

Whether users are bothered by advertisers’ increasing infiltration of their personal communications space remains to be seen. One analyst told the E-Commerce Times he doesn’t expect them to mind. (nochmals LinuxInsider)

Willkommen im Reich der penetranten Penetration! Was da als “Personalisierung” verkauft wird, ist vermutlich nerviger als jeder Vorwerk-Mann an der Haustür. Aber erst wenn der letzte Verbraucher sich mit Sodbrennen und Völlegefühl unter Krämpfen windet, werdet ihr erkennen, dass massenhaft verteiltes Werbe-Fastfood mit den ewig gleichen Geschmacks- und Aromaverstärkern der scheinpersonalisierten Ansprache auf Dauer keinen wirklichen Appetit aufs Produkt macht.

-Edit
Ich stelle mir das etwa so vor: Du unterhälst dich per Messenger mit einem Kumpel; ihr überlegt, ob ihr abends ins Kino wollt. Und dabei spuckt euer Messenger ständig neue Ads aus, die ihm entsprechend seiner überragenden Intelligenz zum Thema Kino einfallen: Die Preview zu “Barfuss” (ich dachte immer, Fuß schreibt man mit ß?), Werbung für Coke Light, Popcorn, DVDs und und und… Welcher halbwegs gesunde Mensch soll das aushalten?
- Ende Edit

Als erste Interessenten für die Invasion des chirurgisch präzisen Zielgruppenbombardements werden übrigens Volvo, Sprite und Adidas genannt.

Gefunden in der Blogbar.

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4 Kommentare

  1. Tom

    Barfuss stimmt schon, zumindest bei uns in der Schweiz, da gibts ja gar kein ß :-)

  2. Mayweather

    Mal ganz ehrlich – das wurde doch langsam wirklich Zeit. Dass die Texte einer WebSite nur in Teilen (sprich: einzelnen Worten) für die Berieselung mit angeblich zielgruppenaffiner Werbung benutzt werden, sieht man inzwischen allüberall. Dass es nicht funktioniert, ebenso oft.

    Aber was sollte denn persönlicher und somit geeigneter sein, als der Chat. Mal davon abgesehen, dass alles, was ich in zB meinem ICQ-Chat schreibe, sowieso nicht mehr mir gehört sondern ICQ/AOL – sich als Anbieter einer solchen Plattform die Chance auf derartige Werbung nehmen zu lassen, wäre aus betriebswirtschaftlicher Sicht schon fast fahrlässig.

    Dass man erst durch die technische Machbarkeit solcher Dienste auf neue Werbeformen stößt, darf auch nicht verwundern, bevor nicht die kritische Masse an Kunden erreicht ist, macht es einfach keinen Sinn, “für” sie zu werben.

    Mutig finde ich allerdings, dass es doch Top-Brands sind, die sich an einer solchen Invasion der Privatsphäre beteiligen wollen. Das kann auch gewaltig nach hinten losgehen. Wenn ich eine Viertelstunde über neue Schuhe chatte und permanent Adidas-Werbung gesteckt bekomme, kaufe ich bestimmt ein Paar von Nike.

    Schöne neue Welt. Ich erinnere mich an Futurama und “Lightspeed Briefs”. Unterhosen, die im Traum beworben werden. Wie lange es wohl noch dauert, bis wir soweit sind. Und vor allem die Zielgruppenerhebung würde mich diesbezüglich interessieren…

  3. Andreas Rodenheber

    Vermutlich werden wir da einfach wieder mal Zeuge eines groß angelegten soziologischen Experiments: Gibt es wirklich Menschen, die bereit sind, diese Berieselung bis in ihre private Kommunikation (Chat) hinein über sich ergehen zu lassen? Als Kind der Aufklärung ;-) möchte man schnell sagen: Nein, das kann doch nicht funktionieren. Die User werden sich wehren! Massenhaft! Sie werden zu anderen Diensten wechseln, die wenigstens Restbestände von Privatsphäre wahren!

    Aber oft genug haben wir es schon erlebt: “One analyst told the E-Commerce Times he doesn’t expect them to mind.” Otto Normaldau denkt nicht drüber nach, hält es nach einer Weile für ganz selbstverständlich und findet es am Ende noch schick, wenn es ewig klickibunt neben seinem Chat flimmert.

    Jeder, der heute gerade seine erste T-Online-, AOL- oder MSN-CD ins Laufwerk schiebt und damit den Fahrschein zum World Wide Web löst, müsste erst 100-mal abschreiben: “Es geht Big Brother MSN nichts an, worüber ich mich im Chat unterhalte!”

    Man mag sich gar nicht ausdenken, welch wundervollen Nutzerprofile sich im Laufe so eines Chatter-Lebens anlegen lassen. Kontextsensitive Werbung auf Websites (inklusive Blogs) ist dagegen doch die reinste Pillepalle.

  4. Mayweather

    Und der nächste unvermeidliche Schritt sollte dann doch eigentlich die Erfolgsauswertung sein.

    Dem User XY im Chat die neuen Adidas-Schuhe empfehlen und dann nach einer Woche per PayBack-Rabattmarkensystemkarte abklären, ob und wo er sie gekauft hat.

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  • sososo: die “pianistin” ist auch auf haarfärbemitteln in polen abgedruct.. welch witz… und die “juristin” soll...
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