19:11 Uhr
Re: Was ist Guerilla Marketing?
Der Schulte macht es sich etwas zu einfach es auf den Faktor “Originalität” herunter zu brechen. ;)
Ein originelles Anzeigenmotiv mit prickelnder Copy ist noch lange kein Guerilla-Marketing. Ein visuell atemberaubender Spot mit einer gehörigen Portion Humor ist noch lange kein… usw.
Daher würde ich Guerilla-Marketing wie folgt definieren:
Guerilla-Marketing ist die Kunst, den von Werbung übersättigten Konsumenten, größtmögliche Aufmerksamkeit zu entlocken. Dazu ist es notwenig dass sich der Guerilla-Marketer möglichst außerhalb der klassischen Werbekanäle bewegt.
Das Budget lasse ich mal außen vor. Der ursprüngliche Begriff schließt es jedoch mit ein. Denn normalerweise ist Guerilla-Marketing dazu erschaffen worden um den Marketing-Riesen, der eine Masse von Werbemaßnahmen auffahren kann, zur Strecke zu bringen. Da aber nun mittlerweile auch die großen Unternehmen diese Marketing-Disziplin einsetzen und horrende Summen für solche Kampagnen ausgeben ist das Budget-Argument entkräftigt worden. Im Übrigen wird es für die verantwortlichen Kreativen immer oberstes Ziel bleiben die Fremdkosten für Kampagnen auf ein Minimum einzudampfen.
Wenn ich es jetzt nochmal durchlese bin ich von der Definition von Thorsten Schulte gar nicht so weit entfernt. Macht es sich der Breitenbach etwa also noch leichter?
21 Kommentare
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- Daniela über die Arbeitszeit: Mit dem Alter werde ich immer tagaktiver… Während ich in meiner Schulzeit zwischen 8 und 16.00 (Schule) in...
- ralf schwartz: @Selket Interessant, danke.
- Selket: Es hat noch einen weiteren Grund, weshalb Katzen 9 Leben haben sollen: im Alten Ägypten – für Katzen wohl die beste Zeit ;-), war die...
- ralf schwartz: @AndreasK Ich kann die Härte, die Du in den Post hineininterpretierst, nur schwer nachvollziehen. Nichtmal die w&v selbst sieht...
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Am 16. März 2005 um 20:39 Uhr
Ich habe die ganze Thematik mit dem Guerilla-Marketing mit größtem Interesse verfolgt. Dabei frage ich mich, ob irgend einer jemals nachgeguckt hat, was einen Guerilla bzw. eine Guerilla-Taktik ausmacht?
Wenn man den Begriff bei der englischen Wikipedia nachschlägt und auf Werbung ummünzt, liesse sich Guerilla Marketing im “waschechten” Sinne evtl. folgendermassen interpretieren.
Guerillas kämpfen gegen etablierte Armeen bzw. Mächte (also die grossen Werbeagenturen). Wer die Bevölkerung abmetzelt (also die Konsumenten anspricht) ist ein Terrorist.
Demnach wäre das, was die meisten als Guerilla-Marketing bezeichnen “Terror-Marketing”.
Richtiges Guerilla Marketing wäre also ein Angriff auf bestehende Medien bzw. Agenturen oder Kampagnen aus dem Hinterhalt. Natürlich möglichst spektakulär um Aufsehen zu erregen. so gesehen wäre das Video mit dem Selbstmörder im Polo Guerilla Marketing gewesen, wäre es offiziell produziert worden.
Eher schwierig wird es, die Grenze zwischen Guerilla und Viral Marketing zu ziehen.
Denn lt. Definition kämpfen Guerillas um die Gunst der Bevölkerung. Eine gute Tat (Angriff auf Regierungstruppen oder Invasor gleich Angriff aud Werbekampagne) soll sich natürlich rumsprechen (Viral Marketing).
Ultimatives Ziel – und das ist evtl. eine interessante Perspektive – ist auch die Rekrutierung. Zivilisten bzw Konsumenten werden selbst zu Guerilleros.
Nur mal zum nachdenken :)
Am 16. März 2005 um 20:43 Uhr
Hallo Patrick,
ich denke wir liegen auf “Augenhöhe”! Manchmal liegt das Geniale halt im Einfachen.
Also meine kleine Ergänzung zu deiner Definition:
Guerilla-Marketing ist die Kunst, den von Werbung übersättigten Konsumenten, größtmögliche Aufmerksamkeit durch unkonventionelles bzw. originelles Marketing zu entlocken. Dazu ist es notwenig, dass sich der Guerilla-Marketer möglichst (aber nicht zwingend) außerhalb der klassischen Werbekanäle bewegt.
Und:
Wie sagte schon Ignazio Silone:
“Man sollte die Welt so nehmen wie sie ist, aber nicht so lassen!”
Besten Guerilla Gruß
Thorsten :-)
P.S. Ich denke, diese Definition könnte sich etablieren! Weitere Anregungen sind aber unbedingt erwünscht.
Am 16. März 2005 um 21:05 Uhr
@Irakli: Natürlich ist mir der Grundbegriff des Guerillos bekannt und eigentlich hatte ich ja diesen Ansatz schon formuliert:
“Denn normalerweise ist Guerilla-Marketing dazu erschaffen worden um den Marketing-Riesen, der eine Masse von Werbemaßnahmen auffahren kann, zur Strecke zu bringen.”
War vielleicht etwas unglücklich ausgedrückt. Die Definition sollte dann schon abstrakter sein und weggehen vom bildhaften martialischen Guerilla-Begriff.
Aber deinen Ansatz zur “Rekrutierung” finde ich absolut gelungen. Somit ist laut deinen Aussagen das virale Marketing eine Art Propaganda der Guerillos und damit auch Teil des Guerilla Marketings? (um dann doch wieder ins Martialische zurückzukehren.)
@Thorsten:
Das kann ich so absolut unterschreiben! Aber man sieht schon, wenn man sich mit diesem Thema begrifflich intensiv beschäftigen will, stößt man immer wieder auf Unklarheiten. Aber Spaß macht es auf alle Fälle.
Am 17. März 2005 um 13:57 Uhr
Marketing-Ideen Waldtrudering-go suhiltzaile boluntarioak Munich inguruetan kokaturiko 21 suhiltzaile boluntario sekzioetako bat gara. (Das. liebe Kinder ist Baskisch. Den ganzen Text gibt’s hier) Ob obiges Beispiel als Guerilla Marketing (oder hier, hier und hier) g…
Am 17. März 2005 um 19:27 Uhr
@Patrick:
Nachdem ich mal eine Nacht drüber geschlafen habe, finde ich unsere kleine aber feine Definition zum Guerilla Marketing noch gelungener.
Ich werde diese Definition auf dem Guerilla Marketing Portal übernehmen, im nächsten Buchprojekt zum Thema und ich werde es mir nicht nehmen lassen auf dem 3. Guerilla Marketing Kongress 2006 als Einstieg persönlich auf die Definition einzugehen.
Natürlich werde ich dich angemessen erwähnen :-)
Trotzdem gilt immer noch der Aufruf nach kritischen und zukunftsweisenden Kommentaren zur aktuell gültigen Definition von Breitenbach/Schulte.
Guerilla Gruß
Thorsten
Am 18. März 2005 um 09:48 Uhr
@Thorsten:
Es ist mir eine Ehre!
Ich hoffe nur dass morgen nicht die echten Wirtschaftswissenschaftler vor meiner Tür stehen und mich mit Fackeln aus dem Dorf treiben wollen. ;-)
Am 18. März 2005 um 10:43 Uhr
Wenn die Männer mit den Fackeln kommen, sende bitte einen kurzen Hilfeschrei in meine Richtung.
Ich ogranisiere dann ein “Fußtrupp” maskierter Marketeers, die dir zur Seite stehen.
Schönes WE
Thorsten
Am 23. März 2005 um 05:42 Uhr
Ich finde eure Diskussion höchst interessant.
Bei eurer Definition finde ich allerdings den zweiten Satz eigentlich überflüssig, da dies bereits in den Worten “unkonventionell” und “orginell” enthalten ist. Er dient somit der Verdeutlichung ohne inhaltlich etwas hinzuzufügen.
Dies ist aber nur meine Meinung und ich lasse mich gerne vom Gegenteil überzeugen.
MfG Heinz Lang
Am 23. März 2005 um 09:36 Uhr
@Heinz Lang:
Ohne den zweiten Satz war es mir etwas zu schmal, da man rein originelle Werbung nicht einfach als Guerilla Marketing klassifizieren kann. Es kommt also auch auf unkonventionelle Kanäle und Methoden an. Eine originelle Anzeige ist eben nicht unbedingt Guerilla.
Thorsten hätte Ihnen sicher zugestimmt, seine ursprüngliche Definition beschränkte sich ja auf diese Aussage. Kann natürlich auch sein dass ich da weit daneben liege…
Am 23. März 2005 um 11:47 Uhr
@ Heinz Lang, Thomas
Eine Beschränkung auf den ersten Satz wäre sicher nicht falsch, aber vielleicht wirklich nicht ausreichend.
Da Guerilla ja auch nicht nur ein weiterer Kommunikationskanal bzw. Katalysator für Kommu-Maßnahmen ist, sollte man vielleicht noch eine kleine Ergänzung vornehmen.
Guerilla findet meiner Meinung nach auch Anwendung bei Preis, Distribution und Produkt, sowie bei strategischen Marketingüberlegungen. Dies berücksichtig zwar der erste Satz, der zweite könnte aber falsch interpretiert werden.
Guerilla-Marketing ist die Kunst, den von Werbung übersättigten Konsumenten, größtmögliche Aufmerksamkeit durch unkonventionelles bzw. originelles Marketing zu entlocken. Dazu ist es notwenig, dass sich der Guerilla-Marketer möglichst (aber nicht zwingend) außerhalb der klassischen Werbekanäle und Marketing-Traditionen bewegt.
Besten Guerilla Gruß
Thorsten
Am 24. März 2005 um 04:33 Uhr
Besten Dank für die schnellen Antworten!
Nach intensiver Auseinandersetzung mit dem Thema (Dank an Thorsten: Tolle Seite!) habe ich versucht eine Definition zu finden, die noch etwas anders formuliert ist:
Guerilla-Marketing ist eine Form des Marketings, bei der durch orginelle Ideen versucht wird neue Wege innerhalb der 4 P´s zu finden, um die von traditioneller Werbung übersättigten Konsumenten kostengünstig zu erreichen.
Natürlich ist auch dies nur ein weiterer Anstoß zur Diskussion…
Die Formulierungen
- “orginelle Ideen”: es wäre auch “ausergewöhnliche Ideen” möglich
- “4 P´s” evtl. klassisches oder traditionelles Marketing
- “Werbung” auch hier evtl “Marketing”
sind natürlich verbesserbar.
Wie gesagt ich interesiere mich sehr für das Thema und wollte nur weiteren Diskussionsstoff liefern.
Egal wie die Definition auch aussieht, da dies ein noch relativ junges Gebiet ist auf dem noch viel neues hinzukommen wird, kann eine Def. nur vorläufig gelten.
Ich freue mich schon auf euere Antworten.
Gruß Heinz
Am 24. März 2005 um 09:55 Uhr
@ Heinz
Die Definition finde ich nicht schlecht. Ich persönlich freue mich, dass sich Leute zu dieser Thematik Gedanken machen. Ich gebe dir auch Recht, dass bei Guerilla im Bereich “Theoretisches Fundament” noch viel zu tun und diskutieren ist.
Aber jetzt noch 2 Anmerkungen zu deiner Def:
Die Eingrenzung auf die 4 P´s (die 4P´s mag ich übrigens nicht) würde strategische Marketingansätze nicht mitberücksichtigen, was ich nicht so gut finde.
Der Abschnitt “kostengünstig zu erreichen” birgt auch wieder netten Diskussionsstoff. Wie definiert man kostengünstig? Ich bin der Auffassung das kostengünstig besonders bei kleinen und mittelständischen Unternehmen eine besondere Relevanz hat. Bei großen Markenunternehmen sind Guerilla Aktionen teilweise über 10.000, 100.000 oder gar mehr Euro veranschlagt. Ist das noch “kostengünstig”? Zählt bei diesen Unternehmen nicht deutlich mehr die totale Differenzierung zu Wettbewerbsaktionen (koste es was es wolle)? Paradox?
Besten Guerilla Gruß
Thorsten
Am 25. März 2005 um 00:38 Uhr
@ Thorsten
Ich gebe dir in fast allen Pundten Recht.
Die “4 P´s” sind nämlich nicht meine besten Freunde…
Da das Guerilla Budget großer Unternehmen in Relation zum Gesamtbudget (noch) relativ gering ist, ist kostengünstig vielleicht nicht das richtige Wort, der Aspekt an sich finde ich allerdings erwähnenswert.
Eure Definition ist an sich schon sehr gut ich wollte mich der Sache nur mal anders annähern.
Vielleicht fällt mir ja noch was ein…
Besten Feiertagsgruß Heinz
Am 10. April 2005 um 02:38 Uhr
Bin durch Zufall auf diese Seite gestoßen und finde sie super interessant. Passt irgendwie zu meiner kleinen Aktion. Ist das Guerilla oder nicht: tinatina.de
lg,
Tina
Am 11. April 2005 um 08:04 Uhr
@ Tina
Die Idee ist unkonventionell und originell. Also vom Ansatz her auf jeden Fall Guerilla.
Aber! Bisher ist die Aktion nicht sehr medienwirksam. Das gehört nun einmal zu einer Guerilla Aktion dazu.
Schaut man sich die Bilder der ersten Stufe an, so animiert das nicht unbedingt zum Griff in die Geldbörse. Ein oder zwei mehr erotische Bilder, dazu noch ein paar mehr Einträge in diversen Blogs :-) und ne nette PR mit Bild könnten der Sache ein wenig mehr Aufmerksamkeit bringen. Ich würde zudem noch einfache Flyer an Hochschulen und Unis verteilen.
Gruß
Thorsten
Schauen wa mal!
Am 28. April 2005 um 21:46 Uhr
Warum etwas in Formeln pressen, was selber Grenzen sprengen will?
“Guerilla-Marketing ist die Kunst, den von Werbung übersättigten Konsumenten, größtmögliche Aufmerksamkeit zu entlocken. Dazu ist es notwenig dass sich der Guerilla-Marketer möglichst außerhalb der klassischen Werbekanäle bewegt.”
So ein Quatsch.
Kunst???? Strategie! Pures Marketing!
“… größtmögliche Aufmerksamkeit … entlocken”? Hey Leute, es geht ums Verkaufen, um Marktanteile, – wenn auch mit Hilfe eines Spektakels. Aufwachen: l’art pur l’art machen die anderen Werbefuzzis.
“Dazu ist es notwenig dass sich der Guerilla-Marketer möglichst außerhalb der klassischen Werbekanäle bewegt.”
Was für eine Erkenntnis … Klingt wie: Ein Fisch sollte das Wasser möglichst nicht verlassen.
Redet hier denn keiner über Dynamik, von Überfall, von Irritation? Toller Guerilla Blog.
So, und jetzt haut drauf, damit die Sache wenigstens ein bisschen spannender wird.
Am 29. April 2005 um 08:21 Uhr
@ David
Da ich die Arbeit der webguerillas sehr schätze, möchte ich an dieser Stelle nicht “drauf schlagen”. Das könnte eine nicht endende Diskussion auslösen. Das machen wir mal unter 4 Augen aus. Ich habe zwei alte Säbel, mit denen man sich im Morgengrauen gut auseinander setzen kann :-)
Das ist ehrenhafter, als direkt die Meinungen und die Arbeit anderer als “Quatsch” abzustempeln.
Aber es läuft wie immer auf den einen Aspekt raus: Was ist eigentlich Guerilla Marketing?
Sei doch froh, dass es unterschiedliche Ansichten, Meinungen und Guerillas gibt.
Das ist doch die Basis für “Irritation PUR”!
Ich persönlich setze immer noch auf die Idee und nicht unbedingt auf das “Sprengen von Grenzen”. Grenzen gibt es auch für Guerilla!
Und immer nur von Irritation, Überfall, Rückhalt, Dynamik … zu sprechen, scheint mir doch auch etwas zu banal.
Lieben Gruß
Thorsten
Am 19. Mai 2005 um 16:22 Uhr
Das Frechste was sich mir beim Aufruf Ihrer Seite feilbot war die Aufforderung doch bitte auf den Internet Explorer zu wechseln! :-D
Ach ja: Hier wird nicht einfach so für sich und sein Produkt geworben! Sorry! Wenn Sie Kontakt zu Herrn Schulte suchen bitte direkt an ihn mailen.
Am 18. Februar 2008 um 09:31 Uhr
[...] beauftragte Werbeagentur wollte “viral” für “Buzz” sorgen. Sowas nennt man Guerilla Marketing. Falsche Namen, werbende Blog-Kommentare und unverlangte Mail an Multiplikatoren gehören dabei zum [...]
Am 3. April 2008 um 13:29 Uhr
[...] hab ich aber eine perfekte Definition mit guten Gedankengängen im Blog der werbeblogger [...]
Am 11. Oktober 2008 um 12:00 Uhr
[...] (Definition vom Werbeblogger) [...]