15.03.05
14:21 Uhr

Sympathische Marke

Ich möchte diesem Eintrag nicht noch ein Edit hinzufügen und komme deshalb hier der Chronistenpflicht nach, darauf hinzuweisen, dass selbstverständlich auch eine der großartigsten Werbekampagnen, die Deutschland je gesehen hat, mit einem speziellen Motiv zum Frauentag glänzte.

ZMK

Das Motiv an sich wäre mir keine Erwähnung wert gewesen, da es keine wirkliche Steigerung zur Perfidie des ersten Flights enthält. Aber der Webtext auf bestem BILD-Niveau, den ich erst jetzt gelesen habe, gehört unbedingt auf die Roll of Honour:

Die Notwendigkeit, Raubkopiererinnen ihr illegales Tun zu verdeutlichen, zeigt ein besonders drastischer Fall aus Ostfriesland. So besserte Frau K. ihre Sozialhilfe durch den Handel mit Raubkopien auf; zum Beispiel konnten bei ihr aktuelle Filme problemlos bestellt werden. Ein Handel, der wohl einträglich gewesen sein musste: Aufgedeckt wurde der Fall, als die Raubkopiererin ihr BMW Cabrio veräußern wollte, die Stadtverwaltung daraufhin ihre Lebensumstände noch einmal überprüfte und dabei den illegalen Handel entdeckte.

Neid, Angst und Tränen. Ich verbuche das hier ganz bewusst unter der Rubrik “Branding” und überlege es mir dreimal, ob ich demnächst mal wieder ins Kino gehe. Ich mag nun mal keine Kundenbeziehungen, die auf Drohungen beruhen.

Schließen möchte ich mit einem Wort von Gerold Braun: Kleingeister.

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2 Kommentare

  1. Johannes

    Vor allem gehen Beispiel wie auch Slogan doch völlig am Thema vorbei. Daß gewerbsmäßiges Raubkopieren verfolgt werden muß, darüber gibt es, glaube ich, durchaus einen gesellschaftlichen Konsens. Und auch darüber, daß dafür bis zu fünf Jahre Haft verhängt werden können.

    Für privates Kopieren gilt das nicht. Viele der Fälle, die die Filmindustrie gerne verboten sähe und als vermeintlich verboten anprangert, sind sogar ausdrücklich erlaubt, z.B. das Kopieren von Film-DVDs im Freundeskreis, solange kein Kopierschutz umgangen wird.

    Ins Kino gehe ich auch nicht mehr, schon allein weil ich daheim einen Beamer und eine Surroundanlage habe, da brauche ich mich nicht auch noch im Kino beleidigen zu lassen. Wie lange ich noch Original-DVDs kaufe und miete, hängt auch ganz davon ab, ob es die Filmindustrie jetzt zur Gewohnheit werden läßt, wie auf meiner “Mindhunters”-DVD 8 (!!) Werbetrailer und einen “Raubkopierer sind Verbrecher”-Trailer vorzuschalten.

  2. Markus

    Als Problem sehe ich aber nicht das generelle Vorschalten dieser Trailer, sondern das Zwangsabspielen selbiger. Bei vielen neueren DVDs lassen sie sich zu Beginn nicht mehr überspringen und man ist mehr oder minder gezwungen zu zuschauen. :-/

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