29.11.04
11:45 Uhr

Guerilla Aktion mit schmierigem Beigeschmack

Dieses Bild konnte man am 26.11. in deutschen Großstädten live erleben:

Schmierig Schwierig

Einer der angeblich exklusivsten Olivenölhersteller benutzte “echte” Obdachlose als Werbeträger. Mir leuchtet immer noch nicht ganz ein wieso und warum? Keinerlei Bezug zum Produkt, reine Aufmerksamkeitshascherei, keinerlei sozialen Hintergedanken.

Zitat aus der Pressemeldung:

Männer, die kein festes Dach über dem Kopf haben, für die es nicht
selbstverständlich ist, sich täglich mehrmals ein Essen leisten zu
können und die sicherlich im Winter auch oft frieren, erklärten sich
trotz ihrer schwierigen Lebenssituation bereit für das Edel-Produkt
Zabbara Werbung zu machen. Außergewöhnlicher kann Reklame nun
wirklich nicht sein!

Ich als Mensch kann nur sagen PFUI!
Aber sicherlich gibt es findige PR-Leute die das Ganze als Aufmerksamkeit für das Thema Obdachlosigkeit anpreisen. Oder am Ende sogar meinen, dass alle die diese Kampagne widerlich finden, das Thema am Liebsten ignorieren würden.

Bildquelle: Zabbara

gefunden via PR Blogger

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10 Kommentare

  1. Lazerte

    J.R. Ewing war fies. J.R. Ewing war zynisch. Und J.R. Ewing war – wie man das heute wohl nennen würde – Kult. Daran (und vielleicht noch an andere schlimme Aspekte ihrer Kindheit) müssen die kleinen Ölbarone der PR-Agentur Kurzmaier Media Consulting wohl gedacht haben, als sie nach dem dritten Ramazotti so richtig kreativ wurden. Zum Glück erfahren wir ja in der Presseerklärung auch, dass Zabarro das Lieblingsöl der Scheichs aus Dubai ist. Ab in die Wüste mit der Schmiere!

    Sollte man mal dem dt. Werberat mailen…

  2. Patrick Breitenbach

    Ich habe die Beschwerde an den Werberat in die Wege geleitet.

    Dazu muss ich auch noch kurz was anmerken. Ich möchte hier sicherlich nicht als Gutmensch agieren. Ich komme selbst aus der Werbebranche und weiß, dass man auch mit außergewöhnlichen Maßnahmen arbeiten muss. Diese Kampagne ist für meine Begriffe weder durchdacht, noch produktbezogen oder gesellschaftskritisch. Ich finde sie abstoßend, zynisch und menschenverachtend. Sicherlich muss es Grenzüberschreitungen geben damit es Weiterentwicklung gibt. Jedoch ist auch immer die Richtung ausschlaggebend. Und es gibt einfach Grenzen die nicht überschritten werden dürfen und dieses ist eine.

  3. Lazerte

    Ich hab parallel auch ein Mail geschickt. Und ich kann nur hoffen, dass die eigentliche Antwort für Zabarra vom Verbraucher kommt…

  4. NurmaSo

    Ach komm, jetzt seht das mal nicht so eng. Letztendlich wurde doch niemand geschadet, die Obdachlosen haben sicher ein paar Pfennig mehr und von Würde und Achtung brauchen wir heute nicht mehr viel reden. Und damit Ihr etwas zum lachen und weinen habt spendier ich euch einen Link: www2.bumfights.com/i...

  5. Patrick Breitenbach

    Weiss nicht was daran witzig sein soll: Crackrauchende, rotzbesoffene, demente US-Obdachlose lassen sich filmen wie sie sich gegenseitig verprügeln. Diese Filmchen werden dann für gutes Geld an die Normalbürger verkauft um deren Voyeurismus zu befriedigen.
    Sehr toll!

  6. Max Zorno

    Patrick, ich schließe mich Deiner Meinung an. Die Aktion finde ich abstoßend: Zabbara führt Menschen live und in Farbe vor – quasi als lebendes Kuriositäten-Panoptikum. In einer Zabbara-Pressemitteilung heißt es: “Die gesamte Tages- und Fachpresse ist herzlich eingeladen, wenn deutsche Obdachlose für Zabbara ‘Benvenuto Germania!’ sagen. [...] Es erwarten Sie außergewöhnliche Fotomotive…

    Ich empfehle einen Blick ins Grundgesetz, Artikel 1: “Die Würde des Menschen ist unantastbar.” Menschen werden vorgeführt wie Tiere im Zoo. Liebe Journalisten, bitte die Erdnüsse zum Füttern nicht vergessen.

    Mehr von meiner Kritik (quasi als manueller Trackback auf Deinen Beitrag):
    zorno.de/tagebuch/ei...

  7. Gerold Braun

    Da lese ich gerade etwas über den Kreativen bei guerilla-marketing-p... :

    “..entsprang die Idee für die nach Eigenaussage “wohl beste Werbeaktion des Jahres” dem Hirnzellenhaufen des oberbayerischen PR-Agenten Tobias-Georg Kurzmaier, nach eigener Aussage CSU-Karteileiche. Als ehemaliger Pressesprecher der Jungen Union Haag hatte er sich noch für ein Verbot von Technomusik in ganz Bayern eingesetzt, mittlerweile verwendet er seine kreativen Energien auf das Verticken von sizilianischem Olivenöl
    ..”

    Was haben sich die Auftraggeber bei so was gedacht? Nichts, denke ich mal. Einfach nur Hohlköpfe ..

  8. adparade

    Der fast Final CutOlivenöl rulez. Spätenstens seit der Erfindung des Cholesterinspiegels. Und da kommt irgendein dahergelaufener Sizilianer auf den DE-Markt und will in alter IT-Benetton-Tradition den Markt erobern.

    Viele regen sich darüber auf. Boah watt fiese Ausbeutu

  9. asw

    ich glaube, ich mach mir mal ein paar kleine aufkleber mit dem wörtchen “widerlich” und klebe sie auf die dementsprechenden flaschen (wenn ich sie irgendwo sehe)

  10. Markus Loiperdinger

    Der T.G.Kurzmaier ist einfach Kult.
    Ein Genie, über den ich nichts kommen lasse!
    Also zieht halt einfach ab unf bleibt bei eurer posse!

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Eure Kommentare

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  • Vroni: Ralph :-)
  • ralf schwartz: @Vroni Das war ein zustimmendes Lächeln, wie Du es auch sehen würdest in meinem Gesicht würden wir uns gegenübersitzen. Nicht immer...
  • Vroni: Was issn jetz schon wieder. Klar macht es einen Unterschied, wie man optisch und von der textlichen Ansprache an die Leut angeht. So gehts...
  • ralf schwartz: @Vroni :)
  • Vroni: Kann ja alles sein, geschenkt. Ich meinte, dass das grottenschlecht und wenig ansprechend UMGESETZT war. Wie wenn ein BWL-er unter...
  • ralf schwartz: @Vroni Und eine Website dahinterzulegen, auf der die User hätten voten können … Aber die Kosten, Print geht es gar nicht gut,...
  • Vroni: Hrhr, die W&V mal wieder. Leeres Schulheft-Papierkaro und eine Flipchart-Schrift. Kriegt man sofort die beiden Krankheiten Horror Karo-i...
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