25.07.12
11:21 Uhr

Beim Stoßdämpfer frauenfeindlich, beim CREA-Award kreativ?

{lang: 'de'}

Wir melden uns kurz, weil nur noch 6 Tage verbleiben, um am CREA-Award teilzunehmen.

Jetzt fragt mich bitte nicht, was das für ein Preis sein soll, der nun im 10ten Jahr ist – und mir trotzdem vollkommen unbekannt. Es wird wohl an mir liegen.

Beim werbenden Bilde zum Preise jedenfalls dachte ich so bei mir, Mensch, wenn links neben der Dame nun ein Stoßdämpfer und nicht der berühmteste Award von Cherrypicker angepriesen würde, würde wohl irgendwer wieder die FRAUENFEINDLICH-Keule rausholen und dem Stoßdämpfer den werblichen Hals umdrehen. Wenn.

Warum bloß entblöden sich trotzdem noch Werber – und sogar, äh, Werbevorbilder wie Cherrypicker -, mit solchen Bildern zu werben? Empfinden die das immer noch als höchste und vorbildliche Kreativität?

Und irgendwie ja auch anstrengend, 10 Runden um sein New Business pitchen zu müssen, oder? Selbst die Übertragungsleistung funktioniert hier nicht so recht – oder hat das einfach keiner gemerkt? Ah, auf der oberflächlichsten Bedeutungsebene geblieben. Verstehe. Na, das hat auch was.

Egal, jetzt soll erstmal für New Business gefighted werden, wie Cherrypicker im Februar pressemitteilte:
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15.05.12
10:24 Uhr

Montagspredigt: Analoge Kreativität im Zeitalter w&v

{lang: 'de'}

Ich mag das, liebe w&v. Was zum Ausmalen. Wow, und sogar direkt das Cover. Man darf es selbst gestalten. Das ist mal eine Aktion. Natürlich anlässlich des ADC-Festivals. Genial. Wo sich Deutschlands kreativste Nagler treffen.

Ich mag auch, wie Ihr die Grenzen des Analogen transzendiert und frech und alle Regeln brechend, dazu aufruft, das Cover einfach als .pdf aus diesem neumodischen Internetz herunterzuladen, wo doch bestimmt die meisten noch denken, das Internetz sei eine Supermarktkette in der DDR.
Aber einfach kaufen wie früher, kann ich’s Heft doch auch, oder? Und dann bemalen?

Das sind eben diese revolutionären Ideen, die ich so sehr schätze, zeigt Ihr doch damit immer wieder, wess’ Geistes Kind Ihr seid. Weiter so. Und: “Keine Angst”, niemals würde ich vermuten, Euch seien “die Ideen ausgegangen”. Ganz im Gegenteil. Endlich dreht Ihr auf, traut Euch was, lehnt Euch aus dem analogen Fenster, wagt Euch in diese neue Wissenschaft (wenn nicht gar ‘Welt’) des Digitalen, die wir sonst nur von unseren Uhren kennen, und von Vaters Herzmedikament.

Und ebenso revolutionär geht es weiter: “… das Cover ablichten und per E-Mail (chefredakteur@wuv.de) an uns schicken”. Das hat Stil, ein Photo machen, den Film entwickeln lassen und per eMail an Euch (was rede ich, WOW, direkt an den Chefredakteur) senden, find ich supi
(nur das mit dem Posten ‘Facebook-Fanpage’ dahinter habe ich nicht verstanden).

Zum Ende noch ein letzter Dank: Zum Glück seid Ihr – neben Eurem Wagemut und Euren Experimenten – ganz bodenständig traditionell geblieben und gebt die coole Challenge nur für Leser und nicht auch noch für Leserinnen frei.
Denn wer will schon erfolgreiche Werbung und Kreativität!?

03.05.12
12:45 Uhr

Gehälter in der Werbebranche. Verdienen wir, was wir verdienen?

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Geld alleine macht nicht glücklich. Wer das anders sieht, dürfte kaum nach einem Job in der Werbebranche streben. Der Weg nach oben führt oft durch die Dörfer, mit teilweise dürftig vergüteten Praktikantenzeiten beim Start und scheinbar endlosem Juniordasein und Juniorgehalt. Dabei blickt man sehnsüchtig auf die großen Markenetats mit Glamourfaktor, während man selbst im Tagesgeschäft eher mit der Gestaltung von “Schweinebauchanzeigen” beschäftigt ist.

Nach den Erhebungen von gehalt.de liegt dann z.B. ein durchschnittliches TexterDesignergehalt (umgerechnet bei 12 Monatsgehältern) bei überschaubaren 2.580 € brutto. Wer solo ist und nach Steuerklasse 1 versteuert, sich gesetzlich krankenversichert und Kirchensteuer zahlt, dem bleiben in Hamburg netto rund 1600 €. Für einen Job mit eingebauter Überstundenerwartung ist das nicht gerade die Welt. Obendrein gibt es laut gehalt.de noch ein signifikantes Gefälle bei der Vergütung zwischen Männer und Frauen. Wer allerdings über Personalverantwortung verfügt, dart sich (später vielleicht einmal) über spürbar höhere Bezüge freuen. Aber bekanntlich sind Häuptlinge zahlenmäßig deutlich seltener als Indianer, die Luft ist dort dünner und das Kriegsbeil nie ganz begraben…

Die folgende Illustration von gehalt.de kann also nur eine grobe Orientierung sein (und als SEO wirksames Linkvehikel funktionieren;-)).
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24.04.12
11:30 Uhr

Simyo oder Wenn Marken es sich einfach einfach einfach machen

{lang: 'de'}

(Nur eines von diesen kleinen Ereignissen am Rande der Marke)

Am 10. April schrieb ich aus gutem Grund diesen Tweet:
“Wow, der @simyo Service inzwischen auf Telekom-Niveau. Fett und satt! Da hat sich der Wechsel ja gelohnt! Saftladen”.

Auf Nachfrage fügte ich noch
“Es geht um den Blödsinn, den Ihr am Telephon macht. Falsche Versprechen und ich darf es zahlen”
hinzu.

Es ging um irgendwie 3Euro und die Kosten des Telephonats, mit dem ich mir meine 3Euro zurückholen wollte. Der ‘Kundenerzieher’ am Telephon hatte nämlich gemeint, ich könne Simyo schreiben, wenn ich ein Problem hätte, er jedenfalls sähe kein Fehlverhalten und würde nichts in meinem Sinne machen.

Genau das aber war das Fehlverhalten, denn 3 Wochen zuvor hatte eine andere Callcenter-Stimme zugesagt, mir bei Schwierigkeiten den ganzen Monat gutzuschreiben. Was korrekt gewesen wäre. Patzigkeit aber ist keine Lösung.

Der dritte Kontakt, eine junge Dame, verstand, um was es wirklich ging: nicht um die absolute Summe, sondern die Art und Weise wie Simyo mit Kunden umgeht, Versprechungen macht, und dann die Leute doch im Regen stehen lässt.

Sie gelobte, sich sofort zu kümmern, alles würde mehr als ausgeglichen, natürlich wäre es kein Problem, mir die 9,90Euro der Monats-Flat gutzuschreiben, denn nichts wäre Simyo wichtiger als zufriedene Kunden.

Zwei Tage später erhielt ich diese Mail:

“Guten Tag Ralf Schwartz,
Sie erhalten von uns eine Gutschrift in Höhe von -1,00 Euro. Diese wird mit Ihrer nächsten Mobilfunkrechnung verrechnet.
Diese Gutschrift erfolgt aus Kulanz und ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.

Wir wünschen viel Freude beim Mobiltelefonieren mit simyo.

Viele Grüße
simyo Service-Team”

Ohne Worte, oder? Das ist wirklich grandios. 1Euro! Und wenn ich richtig Glück habe, ist diese “Gutschrift” über “-1,00 Euro” gar eine Rechnung über 1,00 Euro!

Ich hatte also alles in allem eine Versagerquote von 100% bei meinen letzten 3 Kontakten mit den Menschen von Simyo! Die Marke Simyo scheint auf dem Niveau der grossen Anbieter angelangt zu sein. Einfach einfach einfach traurig.

17.04.12
14:50 Uhr

Vivakis Kundenverlust-Hattrick oder die Notwendigkeit, sich neu zu erfinden

{lang: 'de'}

Wow, das ist immer noch ein seltsames Gefühl, wenn die Agenturgruppe, in der du gestern – also vor 7 Jahren – noch Geschäftsführer warst, nun den dritten Top-Kunden in Folge verliert, wie die w&v schreibt:

“Für die Vivaki-Gruppe ist die Procter-Pleite der dritte schwere Schlag innerhalb kurzer Zeit. Vor Ostern verlor sie mit dem Kosmetik-Konzern L‘Oréal einen anderen Großkunden an die Group M. Zusammengenommen stehen beide Etats für ein Bruttovolumen zwischen 600 und 700 Millionen Euro. Ein anderer dicker Fisch unter den Konsumgüterkunden ging Zenith bereits im Februar aus dem Netz: Die Agentur verlor den Planungs-Etat von Reckitt Benckiser (Vanish, Calgon, Sagrotan) an Initiative Media.”

Das Karussel der Kunden zwischen den Marken der 5 Top-Networks (Mediacom, Mediaegde, Mindshare (Group M), Starcom Mediavest, Zenith Optimedia (Vivaki), OMD, PHD (Omnicom), Carat, Vizeum (Aegis), MPG, Arena (Havas)) wird sich in Zukunft noch schneller drehen. Denn es geht nur noch um Marktanteile, die immer stärker über die eigene Größe optimiert werden – ein Teufelskreis.

Je größer das gedrehte Volumen der Agentur, desto größer das Rabattvolumen, dass sie bei allen Medien verhandeln kann. Je größer diese Rabattmasse, desto erfreuter der Einkäufer/Controller des Kunden. So erfreut, dass sie/er diesen Wettbewerb um seine Gunst noch befeuert durch immer abstrusere Forderungen nach immer weiteren Rabatten.

Und: Je größer der Wettbewerb zwischen den großen Mediaagenturen, desto wichtiger ist diese Rabattmasse für den Erfolg des Agentur-Top-Managements selbst, den Bonus, die neuen Felgen.

Je wichtiger Rabatte, der Einkauf also, die Quantitäten, desto weniger priorisiert werden die qualitativen Faktoren. Qualität wird heute in den allermeisten Pitches vom Heiligen Kalb der Großen Zahl an die Wand gespielt. Auch aus kundenseitiger Unwissenheit um die Konsequenzen.

Die Marke des Kunden – oder gar ihr Erfolg, der eigentliche Auftrag einer Agentur – spielen längst keine Rolle mehr. Die Marke, das Produkt des Kunden ist längst bloßes Mittel zum Zwecke, ist das Kind, das im Drama des Kaukasischen Kreidekreises von der falschen Mutter ohne Wimpernzucken entzwei gerissen würde.

Die Beteiligten nehmen dies billigend in Kauf – Agenturen und Medien, ebenso wie Marketing, Einkauf und die eigene Unternehmensführung.

Über kurz oder lang aber wird das jemand merken. Er wird sich Gehör verschaffen, er wird den Markenerfolg wieder in den Vordergrund stellen.

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21.02.12
15:52 Uhr

Marke, Slogan & Claim sind nur Symptome tieferliegenderer Probleme

{lang: 'de'}

Kampagnen sind Symptome – Markennamen, Slogans und Claims sind Symptome. Sie künden von der Größe, dem Stolz oder dem Ende einer Zeit. Sie sind Symbol, Zeichen, Eisbergspitze. Kopf, von dem der Fisch her stinkt.

Ob sie wollen oder nicht, sie erzählen, was das wahre Problem der Marke, des Produktes ist, des gesamten Marktes gar. Man kann eben nicht nicht kommunizieren.

01 – Beispiele hirnlosen Hochrüstens

Gillette Fusion ProGlide Power Golden Edition Rasierer
Somat10 – Das beste Somat aller Zeiten
L’Oréal ReVitaLift10 (Bekämpft die 10Anzeichen der Hautalterung)
L’Oréal Men Expert VitaLift5″
- Olaz total effects (7Anti-Ageing Effekte in einem Produkt)
- Bref Power WC-KraftGel mit 6x Effekt (Gegen die 6hartnäckigsten Verschmutzungen).

Einerseits sind manche Namen einfach nicht mehr merkfähig, andererseits nur noch Versionsnummern einer sich selbst überholenden ‘Produktentwicklung’, die in Banalitäten endet.

Jedes Produkt von L’Oréal, Henkel und Kollegen hilft irgendwann gegen alles. Dann braucht man nur noch eines, nämlich das, das gleichzeitig gegen Altersflecken, Urinstein et al. wirkt. Cillit Bang ist da mit “effektiv gegen mehr als 40 Flecken” vielleicht etwas ganz Großem auf der Spur.

02 – Trotzig gegen den Trend

Je höher die Selbstüberschätzung, je divergenter Fremd- und Eigenbild, je konservativer und fortschrittsfeindlicher die eigene Philosophie, desto weiter hergeholt ist der durch den klugen Spruch zu manifestierende Anspruch.

“Vorsprung durch Technik”
“Das Beste oder nichts”
“Das Auto”

Blablabla tönt aus den Marken- und Unternehmens-Websites. Worte, inhaltsleere Hülsen. Technokratische Spielereien ohne Sinn. Ohne Relevanz. Wert- und Nutzenfrei. Ohne Spannung. Ohne Reiz. Ohne Polarisierung. Ohne Persönlichkeit und Gesicht. Ohne Alleinstellungsmerkmal. Distinktion. Ohne auch nur die geringste zukunftsfähige emotionale Aufladung.

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  • Tom: Aus meiner Erfahrung kann ich sagen, dass ein guter Texter oder auch Grafiker meistens besser verdienen als bei gehalt.de geschrieben....
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