09.02.10
13:24 Uhr

Schnörkel


English Laundry—Flourishes

“Flourishes” sind Schnörkel: Ein wesentliches Element der English Laundry-Kollektionen von Christopher Wicks. „Flourishes“ bezeichnet aber auch die Bewegungen und Bewegungsabfolgen einer bestimmten Sorte von Kartentricks, dem sogenannten Card Flourish. Der Spot, Regie Silas Howard und Ben Peyser von Standard Quality, gedreht im English Laundry-Showroom in Los Angeles, kombiniert die Flourishes von English Laundry mit den Flourishes von Dan and Dave.

Großartige Idee und großartig umgesetzt. Ebenfalls sehr gelungen finde ich, daß die Card Flourishes für diesen Spot im Bereich des Entspannten verbleiben, ohne zu überdrehen: das paßt besser zur Marke und ist, zumindest für mich, letztendlich beeindruckender als die üblichen Flourishes on Steroids.

Eine meiner Lieblingsdarbietungen in dieser Richtung, Opéra von Dimitri Arleri, ließe sich geradezu als “Slow Flourish” bezeichnen (der Begriff “slow” wird ja noch, wie von Roland angekündigt, bei unserem nächsten Podcast eine große Rolle spielen); diese spektakuläre Präsentation möchte ich euch (nach dem „Sprung“) nicht vorenthalten.


Dimitri Arleri—Opéra

Enjoy!

08.02.10
16:36 Uhr

Kollaborative Kommunikation


Epson Projectors—“Extreme Gaming”

Eine durchaus nette Aktion, die zumindest den Youtube-Views nach zu urteilen eine passable Reichweite hatte; die wäre vielleicht noch größer geworden, wäre die dazugehörige Microsite nicht so lächerlich geraten (acht Flaggen als Produktlinks plus ein Länder-Dropdown). Die dazugehörige Agentur zu finden gelingt mir zur Zeit nicht, aber wahrscheinlich ist es Twentysix.

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08.02.10
14:52 Uhr

Immer schneller, höher, weiter. Und jetzt Slow Media?

Als Benedikt Köhler (@furukama), Sabria David und Jörg Blumtritt das neue Jahr 2010 mit einem “Slow Media Manifest” eröffneten, hatten wir sogleich wieder eine schöne Diskussionsgrundlage, angefüttert zudem durch diverse Publikationen und Veröffentlichungen von Frank Schirrmacher und Kollegen der journalistischen Zunft, die “Multitasking” für Körperverletzung halten.

Entschleunigung, Konzentration, Fokus, Aufmerksamkeit, inhaltliche Qualität sind aber in Zeiten medialer und informativer Dauerbeschallung sicher Aspekte, die wir nicht nur im Kontext der Grabenkampfdiskussion über versagende deutsche Verlagshäuser, ihre Geschäftsmodelle und disruptive Internet-Technologien eindampfen sollten.

Auch bei der Unternehmenskommunikation, Werbung und Produktentwicklung werden übrigens Forderungen nach einer Konzentration, nach Weißflächen und inhaltlich relevanter und wohldosierter Markenkommunikation als Gegenmodell zum massenpenetrierenden medialen “Gießkannenprinzip” laut. Interessanterweise, so scheint es mir, kommen diese Forderungen nicht selten von genau denjenigen Personen, die sich zugleich kräftig über die Ansätze aus dem “Slow Media Manifest” aufregen können.

Vielleicht ist es aber auch nur die erneute Verwendung des Begriffes “Manifest”, der Kritikern grundsätzlich missfällt. Oder der Grundtenor der Erklärung, sich gegen eine bestimmte mediale Entwicklung zu stemmen, statt ihre Chancen in den Vordergrund zu stellen. Oder der Umstand, dass immer wieder viel gelabert, aber scheinbar nicht konstruktiv gehandelt wird.

Wie auch immer, selbst die Web-Aktivisten stören sich mehr und mehr an Entwicklungen, die sie ursprünglich konzeptionell begrüßten:
Twitterwalls, einst als Bereicherung der Diskussionskultur auf Veranstaltungen angepriesen, werden verurteilt, die Hamburger Twittnites scheiterten mit dem Versuch, Vorträge mit erträglichen Lärmpegel und entsprechend respektvoller Aufmerksamkeit für die Vortragenden durchzusetzen und Protagonisten des digitalen Fortschritts und der Möglichkeiten omnipräsenter Vernetzung bekennen sich: “Ich bin an dem Punkt angekommen, an dem ich [vom Digitalen] beherrscht werde.

Grund genug also, einen Werbeblogger Podcast zu genau diesem Themenfeld zu planen. Als Teilnehmer haben wir (J. Martin und ich) neben Dr. Benedikt Köhler auch meinen alten Weggefährten Patrick Breitenbach zur Diskussionsrunde  eingeladen. Den Titel dieser Podcastausgabe habe ich bewusst auch in Richtung “Werbung” erweitert:

“Slow Media, Slow Ads. Mehr Genuss, weniger Fastfood?”

Der Podcast wird dann Mitte der nächsten Woche veröffentlicht. Vorab nehmen wir gerne eure Anregungen aus den Kommentaren auf.

08.02.10
12:09 Uhr

Der Social Media ROI oder wehret den frühen Währungen!

Wir haben alle noch die Kommunikations-Trends und -Prognosen für 2010 im Kopf. Viele forderten da von Social Media eine stärkere RoI-Orientierung, Meßbarkeit, Wirknachweise, Kalkulierbarkeit gar.

Nach einigen ähnlich verlaufenden Gesprächen in den letzten Wochen beschleicht mich eine unbestimmte Sorge: Ist es nicht (immer noch) zu früh, um über RoI oder Währung gar im Zusammenhang mit Social Media zu sprechen? Sehen Marketer, Berater und Agenturen Social Media nicht immer noch als weiteres planbares Medium? Verschenkt man damit nicht ein immenses Potential zur Annäherung der Marke an ihren Markt, an die Menschen dort draussen? Verpasst man damit nicht die immensen Chancen der Konversation und Partizipation?

Ein grundsätzliches Plädoyer gegen letzte Berührungsängste und für die Nutzung von Social Media – unter Hinweis auf die Packungsbeilage:

01 – Social Media ist Dialog auf Augenhöhe

So lange Social Media nicht wirklich etabliert ist, so lange belächeln die meisten im Unternehmen es nur. Man fragt mal nach, wird aber von den Agenturen nicht aus der eigenen Comfort Zone gerissen: ‘das haben wir im Griff’, ‘das ist Werbung mit anderen Mitteln, nichts über das man sich Gedanken machen müßte, vertrauen sie uns! Wir bereiten da mal was vor! Wir haben die Erfahrung. Schließlich sind Social Media auch nur Medien – deshalb heißen sie ja so’.

Social Media aber ist kein Medium! Social Media ist Gespräch, Konversation, Verbindung, Beziehung, Austausch, Partizipation.
Lieber sollte man statt Social Media sowieso Social Networking sagen. (Einfacher ist es jedoch, das Neue in eine alte Schublade zu stecken. Da muß man nicht umdenken, da verliert man nicht Pfründe und Besitzstände. Muß nicht Claims neu abstecken und erlebt nicht die Disruption des eigenen Geschäftes.
Der Niedergang erfolgt dann schleichend, wie wir an Agenturen, Verlagen und Medien gerade erleben.)

Social Networking ist ein interaktiver, bilateraler Austausch auf Augenhöhe. Werbung, Massenkommunikation, ist ein Monolog von oben von der Markenkanzel herab.
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05.02.10
14:44 Uhr

Eine Hype Portion iPad mit Ketchup, bitte!

ScreenShot042

Vergesst den Medienrummel um das iPad. Es verändert nicht den Journalismus, es verändert allenfalls unser Essverhalten. Jetzt können wir endlich ein “Tablett” in Händen halten, was uns zwar -technisch betrachtet- noch kein Multitasking bietet, aber die Not wird erfinderisch machen.

Während wir z.B. in halbliegender Position auf dem iPad fett und bräsig unsere Lieblingsmusik hören, nutzen wir das Tablett gleichzeitig als Essplatte und erfreuen uns an Pommes, die dank “Heinz” wahlweise mit Ketchup gedippt oder gesqueezed werden können. Eine sagenhafte Erfindung von Heinz, die alles in den Schatten stellt, was Produktinnovation und Packaging für “mobile Anwendung” je gesehen hat.

Die Nachricht ist so “groundbreaking” und verbreitet sich wie ein Lauffeuer via Twitter, dass selbst TV-Stationen auf den Hype aufspringen und die öffentliche Berichterstattung über das iPad von Apple dadurch bereits in den medialen Hintergrund rückt.

Nach völlig unbestätigten Gerüch(t)en sollen sich Speisereste auf dem Multitouch-Display des iPads übrigens ganz einfach mit einem handelsüblichen Haushaltstuch entfernen lassen.

Über eine spezielle Modellreihe für entsprechende “Multitasking-Fans” wird angeblich auch schon nachgedacht. Das iPad-Display soll demnach in einer exklusiven “McDonald-Version” dynamische Aussparungen beinhalten, wo die nicht anzeigbaren Flash-Inhalte als perfekter Platzhalter und passgenaue Form für Burger, Pommes und das Heinz Dip & Squeeze Package genutzt werden können.

Schönes Wochenende.

05.02.10
14:41 Uhr

Die fünfte Wand: Lebe, was du verkaufst

Longaberger
Das Hauptbüro von Longaberger in Newark, OH.

Wer errät das Hauptprodukt dieses Unternehmens?

Lustig finde ich, wie Longaberger ihre 45.000 unabhängigen Vertriebskräfte, Tupperware nicht unähnlich, als “Home Consultants” bezeichnet.

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Narrative & Innovation

Eure Kommentare

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  • Petar: Für uns wirken die japanischen Spots ja immer etwas grotesk. Ob es umgekehrt wohl auch so ist?
  • Roland Kühl-v.Puttkamer: @Nico. Ja klar. Bin grad zurück und hier nun die Auflösung: Audiobooks from dig2go.com http://adsoftheworld.com/me...
  • Fabian: Über die großartige Idee möchte ich gar nicht streiten, aber an der Umsetzung wurde meiner Meinung nach gespart. Lassen Sie sich nicht von...
  • Nico Düsing: Löst das noch jemand auf?
  • J. Martin: @hobbystatistiker Dein Kommentar in Youtube-Qualität — und unter Mißachtung all dessen, was Roland und ich bereits zum Thema...
  • hobbystatistiker: Allmählich ist das ein Gadget-und I-irgendwas-Blog und ihr solltet euch Gadgetblogger nennen. Statt Werbeblogger. Das Geplänkel...
  • Bastian: Erst mehr oder weniger aufwändig eine eigene Welt & Story erschaffen und dann auf der Microsite doch ganz banal auf die...
  • Georg: Guter Artikel! Ich glaube übrigens nicht, dass das Messen des RoI lediglich eine Schwierigkeit bei Social-Media ist. Schon immer gab es...
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